Nie wieder Bestellungen abtippen: Wie KI 100.000 € pro Jahr spart

20 Bestellungen am Tag. 3 Teilzeitkräfte. Und trotzdem kamen sie nicht hinterher.

Unser Kunde — ein mittelständischer Hersteller mit rund 150 Mitarbeitern — stand vor einem Problem, das viele Fertigungsunternehmen kennen: Die Bestellungen kamen per E-Mail rein. Als PDF. Als Freitext. Manchmal per WhatsApp. Manchmal sogar per Fax.

Und jede einzelne musste von Hand ins ERP-System eingetippt werden.

Artikelnummer, Menge, Liefertermin. Position für Position. Bei manchen Bestellungen waren es 10 Positionen. Bei anderen über 100.

Drei Teilzeitkräfte waren ausschließlich damit beschäftigt. Und trotzdem dauerte es manchmal Stunden, bis eine Bestellung im System war.

Das Problem, über das niemand spricht

In fast jedem Fertigungsunternehmen gibt es jemanden, der den ganzen Tag Bestellungen abtippt. Oft im Vertriebsinnendienst. Bei kleineren Firmen macht es der Vertriebsleiter selbst — oder sogar der Geschäftsführer.

Im Durchschnitt dauert die manuelle Erfassung einer Bestellung im produzierenden Gewerbe 17 Minuten. Bei einem Stundensatz von 60 Euro sind das knapp 20 Euro pro Bestellung — nur für das Abtippen.

Bei 20 Bestellungen am Tag sind das 400 Euro täglich. Über 8.000 Euro im Monat. Fast 100.000 Euro im Jahr — für eine Tätigkeit, die keinerlei Wertschöpfung erzeugt.

Und das sind nur die direkten Kosten. Dazu kommen:

  • Tippfehler, die falsche Ware auslösen — Retouren, Neufertigung, Lieferverzug
  • Langsame Bearbeitung, die Kunden frustriert und im schlimmsten Fall zu Auftragsverlust führt
  • Mitarbeiterfrust — kaum jemand tippt gerne den ganzen Tag Artikelnummern ab
  • Kein Wachstum ohne mehr Personal — jede Steigerung des Bestellvolumens erfordert neue Leute

Warum EDI das Problem nicht löst

Die naheliegende Antwort wäre: EDI einführen. Elektronischer Datenaustausch. Standardisierte Formate. Direkte System-zu-System-Kommunikation.

In der Theorie perfekt. In der Praxis:

  • Zu teuer für viele Mittelständler — Einrichtung und Betrieb kosten schnell fünfstellig
  • Zu starr — jeder Kunde braucht eine eigene Anbindung, jede Formatänderung wird zum IT-Projekt
  • Nie vollständig — selbst Unternehmen mit EDI bekommen einen Teil der Bestellungen weiterhin per E-Mail und PDF

EDI löst das Problem für die größten Kunden. Aber der lange Schwanz aus kleineren Bestellern bleibt manuell.

Der andere Weg: E-Mails weiterleiten statt abtippen

Unser Ansatz war bewusst pragmatisch. Kein großes IT-Projekt. Keine Systemumstellung. Keine Schulungen.

Der Ablauf ist simpel:

  1. Eine Bestellung kommt per E-Mail rein — wie immer
  2. Der Sachbearbeiter leitet sie an eine spezielle Adresse weiter — ein Klick
  3. Unsere KI liest die E-Mail und den PDF-Anhang, extrahiert alle Positionen: Artikelnummern, Mengen, Kundendaten
  4. Sie gleicht alles gegen die Artikel- und Kundenstammdaten aus dem ERP ab — existiert der Artikel? Stimmt die Nummer?
  5. Die Bestellung wird als Entwurf direkt im ERP angelegt
  6. Der Sachbearbeiter bekommt eine Antwort-Mail mit dem Verarbeitungsstatus und einem Link zum ERP

Statt 15-30 Minuten abtippen: Weiterleiten, kurz prüfen, freigeben. Fertig.

Und das Beste: Für die Endkunden ändert sich gar nichts. Sie bestellen weiterhin per E-Mail, in ihrem Format, in ihrer Sprache. Kein Kundenportal, kein EDI-Onboarding, kein "Bitte nutzen Sie ab jetzt unser neues Bestellformular".

Was passiert, wenn die KI sich unsicher ist?

Das ist eine berechtigte Frage — und eine, die wir oft hören. Die Antwort: Sie sagt es.

Wenn eine Artikelnummer nicht gefunden wird, eine Menge unplausibel erscheint oder ein gescanntes PDF schlecht lesbar ist, flaggt das System die betroffene Position. Der Sachbearbeiter sieht sofort, wo er eingreifen muss — und wo nicht.

Die Zahlen nach 6 Monaten

In den ersten Monaten haben wir insgesamt 16.500 Bestellpositionen automatisiert verarbeitet. Davon wurden 51 Fehler gemeldet.

Das entspricht einer Genauigkeit von 99,7 %.

Zum Vergleich: Die durchschnittliche Fehlerquote bei manueller Dateneingabe liegt je nach Studie zwischen 1 und 5 %. Bei 16.500 Positionen wären das 165 bis 825 Fehler.

Die drei Teilzeitkräfte, die vorher den ganzen Tag mit Abtippen beschäftigt waren? Sie prüfen jetzt nur noch die Ergebnisse und kümmern sich um echte Ausnahmen. Der Rest ihrer Zeit fließt in Aufgaben, die tatsächlich Wert schaffen — Kundenbetreuung, Reklamationsbearbeitung, Angebotserstellung.

Was wir aus 16.500 Positionen gelernt haben

Jede Bestellung, die durch unser System läuft, lehrt uns etwas. Ein paar Erkenntnisse, die uns selbst überrascht haben:

Kunden bestellen oft mit veralteten Artikelnummern. Produkte werden umbenannt, Nummern ändern sich — aber der Einkäufer beim Kunden hat noch die alte Nummer in seiner Excel-Liste. Ein Mensch erkennt das manchmal. Manchmal auch nicht. Unsere KI gleicht das gegen den aktuellen Stamm ab und schlägt den richtigen Artikel vor.

Die Komplexität steckt in der Struktur, nicht in den Daten. Viele Bestellungen haben verschachtelte Formate: Eine Kopfzeile mit der Artikelnummer, darunter mehrere Teilpositionen mit unterschiedlichen Mengen und Lieferterminen. Oder Positionen, die durchgestrichen sind und trotzdem im PDF stehen. Oder Tabellen, die über Seitenumbrüche laufen. Das sind die Fälle, an denen einfache OCR-Lösungen scheitern — und wo eine KI, die den Kontext versteht, den Unterschied macht.

Freitext-E-Mails sind überraschend gut verarbeitbar. Wir hatten erwartet, dass PDFs einfacher sind als Freitext. Das Gegenteil ist oft der Fall. Freitext-Bestellungen sind zwar unstrukturiert, aber die Informationen sind klar lesbar. Schlecht gescannte PDFs dagegen sind die eigentliche Herausforderung.

Bestellungen kommen über mehr Kanäle als man denkt. E-Mail und PDF sind Standard. Aber in der Praxis kommen Bestellungen auch per WhatsApp, Fax oder als Foto vom Handy. Ja, wirklich. Und ja, auch die kann man verarbeiten.

Von der ersten Idee bis zur ersten verarbeiteten Bestellung: 3 Wochen

Die Einrichtung hat drei Wochen gedauert. Das beinhaltet:

  • Export der Artikel- und Kundenstammdaten aus dem ERP
  • Konfiguration der E-Mail-Weiterleitung
  • Training der KI auf die spezifischen Bestellformate der Endkunden
  • Testphase mit echten Bestellungen

Danach haben wir iterativ weiter optimiert — bei jedem gemeldeten Fehler wird das System besser.

Der Aufwand auf Kundenseite? Minimal. Ein Datenexport aus dem ERP und eine E-Mail-Weiterleitungsregel. Kein IT-Projekt. Keine neue Software. Keine Schulung.

Für wen das funktioniert — und für wen nicht

Dieser Ansatz eignet sich für Fertigungsunternehmen, die:

  • Regelmäßig Bestellungen per E-Mail oder PDF erhalten
  • Diese heute manuell ins ERP-System eintippen
  • Ein gewisses Volumen haben (ab ca. 5-10 Bestellungen pro Tag wird es spürbar)
  • Standardartikel verkaufen (Artikelnummern-basiert)

Er eignet sich weniger für:

  • Rein konfigurierbare Produkte ohne feste Artikelnummern (hierfür haben wir andere Lösungen)
  • Unternehmen, die ausschließlich über EDI oder Webshops bestellen lassen
  • Sehr geringe Bestellvolumina (1-2 pro Tag — da lohnt sich der Aufwand nicht)

Der erste Schritt kostet nichts

Wenn Sie sich in der Beschreibung oben wiedererkennen, gibt es einen einfachen Weg herauszufinden, ob Automatisierung bei Ihnen funktioniert: Schicken Sie uns 5 echte Bestellungen (gerne anonymisiert). Wir zeigen Ihnen innerhalb von 48 Stunden, was unser System daraus macht.

Kein Verkaufsgespräch. Kein Commitment. Nur ein Test mit echten Daten.

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